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Segeberger fahren bundesweit vorweg

Kattendorf und Bebensee beim Wettbewerb „Stadtradeln“ unter 620 Kommunen derzeit auf den Plätzen 1 und 2

Von Gerrit Sponholz                                                                                                                         Segeberger Zeitung vom 05.08.2017

 

Zu mehreren Fahrradausflügen brachen die Vorjahressieger aus Bebensee auf, um möglichst viele Kilometer zu radeln. Derzeit liegt das Dorf hinter Kattendorf auf Platz 2 des Bundeswettbewerbs. ©

Kreis Segeberg. Die fleißigsten Radler Deutschlands kommen wohl auch dieses Jahr aus dem Kreis Segeberg. Zwei Monate vor Ende des Wettbewerbs Stadtradeln liegt unter 620 teilnehmenden Kommunen Kattendorf vorn, vor Vorjahressieger Bebensee.

45 762 Kilometer haben 104 Kattendorfer vom 11. Juni bis 1. Juli zurückgelegt, also mehr als eine Erdumrundung. Wären sie Auto gefahren, hätten 6500 Kilogramm Kohlendioxid die Umwelt belastet. Geteilt durch alle 851 Kattendorfer Einwohner, hat jeder Bürger 53,8 Kilometer zurückgelegt.

Viel beigetragen zum vorläufigen Spitzenplatz hat der Radsportclub (RSC) Kattenberg. 58 der 104 Radler gehören ihm an oder fühlen sich ihm zugehörig. „Das ist eine Rekordteilnehmerzahl für den RSC“, freut sich Schriftwart Christian Bruckauf. Und das zum 20-jährigen Bestehen des Vereins, der den Kattenberg seinen Hausberg nennt. „Wir haben Freizeitradler in unseren Reihen, Marathonfahrer und wettkampforientierte Sportler mit Rennsportlizenz.“

Allein 38 000 Kilometer legten die RSC-Radler zurück. Sie waren zwischen 16 und knapp 70 Jahre alt und schafften zwischen 50 und 1995 Kilometer. Spitzenradler Jörg Thedard war in Etappen von Flensburg bis Garmisch geradelt. RSC-Vorsitzender Dirk Ehling bewältigte nur einen Kilometer weniger. Er nahm an einem Radmarathon vom Fichtelgebirge bis Rügen teil, darunter 601 Kilometer in einem Rutsch. Andere Kattendorfer sind den Saale-Radweg gefahren – mit Reisegepäck.

Die ersten zwei Wochen hatten die RSC-Radler Glück mit dem Wetter: „Warm und sonnig, kein Regen“, sagt Bruckauf. Die dritte Woche schüttete es. Trotzdem bissen sich die Radfahrer durch. Ermuntert durch Kommunikation über eine WhatsApp-Gruppe, also per Handy-Kontakt. Sie feuerten sich gegenseitig an: „Wir wäre es mal mit zwei Marathons am Stück?“. Sie verabredeten sich zu Ausfahrten und lobten einander: „Da hast du jetzt noch Luft?“ Auch Warnungen vor aufrückenden Konkurrenzkommunen verhallten nicht: „Achtung, habt ihr mal in den Rückspiegel geschaut? Norderstedt holt auf!“

Für gemütliche Radtouren war Zeit, etwa einen Ausflug mit dem TSV Kattendorf zum Itzstedter See. Selbst ein Fernsehteam begleitete die Radler mal. Auch Schüler radelten zu ihrer Schule, statt andere Verkehrsmittel zu benutzen. Friseur Wagner in Kattendorf dekorierte sein Schaufenster zum Stadtradeln. Alle Radler aus dem Dorf lädt die Gemeinde zum Eis essen in Kaltenkirchen ein, sagt Melanie Haak vom Jugend-, Sozial- und Sportausschuss. Geplant ist es am Sonnabend, 9. September, ab 16.30 Uhr im Eiscafé Venezia.

Die stärkste Konkurrenz kommt ebenfalls aus dem Kreis Segeberg, aus Bebensee. Das Dorf hatte im Vorjahr den Bundeswettbewerb gewonnen. Die Bürger hatten damals 21 000 Kilometer zurückgelegt. In diesem Jahr steigerten sie sich während der Touren vom 9. bis 29. Juli sogar auf 23 293 Kilometer. 121 Bebenseer hatten sich engagiert. Auf alle 622 Bürger des Dorfes heruntergerechnet, fuhr im Durchschnitt jeder Einwohner fast 40 Kilometer.

„Das Stadtradeln lief bei uns sensationell gut“, freut sich Mitinitiatorin Tanja Witt. „Es hat das Dorf zusammengebracht.“ Etliche Radfahrtage litten allerdings unter schlechtem Wetter. Trotzdem hätten sich die Bebenseer durchgebissen. „Unser Motto war: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.“

Noch müssen Kattendorf und Bebensee warten. Von 620 gemeldeten Kommunen sind hundert noch nicht angetreten. 2017 haben 164 748 Radler bislang 31,8 Millionen Kilometer zurückgelegt.

Auf der Blog-Seite "Kisdorf-direkt" finden Sie aktuelle Informationen zum Thema Flüchtlinge im Amt Kisdorf.

Hoekertwiete

In eine neue Straße umzuziehen, ohne ein Möbelstück zu bewegen oder Kisten und Kartons zu schleppen, scheint unmöglich – kann aber doch vorkommen. Zumindest für drei Anwohner der Kaltenkirchener Straße in Kattendorf, deren Häuser sich hinter dem ehemaligen Geschäfts von Klaus Holdorf befinden. Denn auf den Tag genau ein Jahr nach der Schließung des einzigen Kaufmannsladens in der 850 Einwohner zählenden Gemeinde wurde die kleine Stichstraße nun von Kaltenkirchener Straße in Höker-twiete umbenannt. „Mit der Umbenennung dieses kleinen Wegs wollen wir an die 120-jährige Geschichte des im März des letzten Jahres geschlossenen Kaufmannsladens erinnern. Vier Generationen der Familie Holdorf haben diesen Laden betrieben. Er war nicht nur unser dörfliches Einkaufzentrum, sondern auch ein Ort, an dem die Menschen sich austauschten und Neuigkeiten aus dem Dorf erfuhren“, erklärte Bürgermeister Horst Helmut Ahrens. Die von der Umbenennung betroffenen drei Anwohner werden in den nächsten Tagen Post von der Amtsverwaltung bekommen, damit sie ihren rein formellen Wohnortwechsel dann auch in ihren Ausweisen und der Meldebestätigung eintragen lassen können. Gefeiert wurde die Einweihung der neuen Straße mit einem kleinen Dorffest neben dem einstigen Kaufmannsladen, an dem etwa 30 Kattendorfer teilnahmen.

Segeberger Zeitung 29.03.2017,   Foto: Alexander Christ

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Kattendorf sucht vergeblich nach neuem "Höker"

Hamburger Abendblatt: Norderstedt-Beilage 18.08.2016

KATTENDORF ::  Seit April gibt es in Kattendorf keinen "Tante-Emma-Laden" mehr - und offenbar wird es bei der Versorgungslücke bleiben. Vor knapp vier Monaten hatte der Kaufmann Klaus Holdorf seinen Edeka-Laden, einen Familienbetrieb in vierter Generation, kurz vor dessen 120. Geburtstag für immer geschlossen (das Abendblatt berichtete). Damals bestand die kleine Hoffnung, dass sich vielleicht ein Nachfolger finden würde. Als Möglichkeit galt unter anderem das Strukturprogramm "MarktTreff", das durch Landes- und EU-Mittel gefördert wird und bereits in einigen Gemeinden des Kreises realisiert wurde beziehungsweise geplant wird.
Auf Nachfrage klingt Bürgermeister Horst-Helmut Ahrens (CDU) resigniert. "Es wird wohl keiner machen, es ist aus wirtschaftlichen Gründen nicht realisierbar. Das ist schade - eine Anlaufstelle weniger in Kattendorf. " Ein "MarktTreff" würde sich nicht lohnen "Wir sind in der Zange von großen Orten." So gibt es bereits Edeka- und Aldi-Märkte in Stuvenborn und Kisdorf, dazu ist Kaltenkirchen nicht weit entfernt von Kattendorf und Henstedt-Ulzburg.
Das heißt allerdings auch: Frische Brötchen gibt es nur noch am Sonnabend beim Kattendorfer Hof, einem Demeter-Landwirtschaftsbetrieb. Ansonsten gibt es dort aber nur dessen eigene Erzeugnisse. Ob nun Artikel für den täglichen Bedarf von Nudeln bis Schreibwaren oder Zeitungen - hierfür müssen Kattendorfer mittlerweile mindestens bis Kisdorf fahren. Nur ein Laden ist sechs Tage in der Woche geöffnet: der Friseur. "Der ist aber gut im Geschäft", sagt Bürgermeister Ahrens.
Wie sehr die Gemeinde "ihrem" Krämer nachtrauert, zeigt auch eine un- gewöhnliche Initiative. Nach den Sommerferien will die Gemeindevertretung einen Weg in direkter Nachbarschaft zum ehemaligen Holdorf-Laden umbenennen in "Hökertwiete". Horst-Helmut Ahrens erklärt die Beweggründe. "Das ist eine Art Erinnerung an einen Laden, den wir hatten und den wir sehr vermissen. Und es ist eine Erinnerung für die Menschen: 'Hier war früher der Höker'. Das weiß sonst in zehn, 15 Jahren keiner mehr." ( ehe )